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Von links: Dr. Günter Winands, Gründungsvorstand des „Deutschen Zentrums Kulturgutverluste", Robert Edsel, Prof. Dr. Uwe Schneede, ehrenamtlicher Vorstand des „Deutschen Zentrums Kulturgutverluste" und ehemaliger Direktor der Hamburger Kunsthalle.

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PRESSEMITTEILUNG


Berlin, 17. März 2015



Der Gründungsvorstand des „Deutschen Zentrums Kulturgutverluste", Dr. Günter Winands und Prof. Dr. Uwe Schneede, ehrenamtlicher Vorstand des Zentrums und ehemaliger Direktor der Hamburger Kunsthalle, nahmen heute im Bundeskanzleramt eine Spende von 500 Exemplaren des Buches „Beyond the Dreams of Avarice: The Hermann Goering Collection" (Jenseits der Träume der Gier: Die Sammlung Hermann Görings) der Autorin Nancy Yeide, von Robert M. Edsel, dem Vorsitzenden der Monuments Men Foundation for the Preservation of Art und Autor des Buches The Monuments Men, entgegen.


Beyond the dreams of Avarice: The Hermann Goering Collection ist eine Studie, die Görings gesamter Gemäldesammlung gewidmet ist. Die Monuments Men Foundation spendet der Bundesrepublik diese Bücher, um sie Provenienzforschern Hochschulen und Bibliotheken in ganz Deutschland zur Verfügung zu stellen. Als einer der einflussreichsten Männer in der NSDAP vermehrte Reichsmarschall Hermann Göring seine große Sammlung beschlagnahmter Kunstwerke stetig mehr. Beyond the Dreams of Avarice: The Hermann Goering Collection bietet zum ersten Mal die Gelegenheit, Görings Gemäldesammlung als Ganzes zu betrachten, sowie im Vergleich zu anderen Kunstsammlungen kunsthistorisch einzuschätzen und ihren Platz in der Geschichte der nationalsozialistischen Plünderungen zu bewerten. Dieser Band ist das Resultat der siebenjährigen Forschungsarbeit von Nancy Yeide, einer international anerkannten Expertin im Bereich der Provenienzforschung des Zweiten Weltkrieges und Co-Autorin des AAM Guide to Provenance Research, einer Publikation die die Provenienzforschungs Standards in den USA zu definieren geholfen hat.

Dr. Günter Winands und Prof. Dr. Uwe Schneede repräsentieren beide das neu gegründete "Deutsche Zentrum Kulturgutverluste", welches unter anderem die Aufgaben der ehemaligen Koordinierungsstelle Magdeburg, die im April 2000 www.lostart.de online schaltete, und der ehemaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung fortführt. Das Zentrum wird die Anlaufstelle für jegliche Belange in Bezug auf die von den Nationalsozialisten gestohlenen Kunstwerke sein. Es hat vor allem die Aufgabe, öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach NS-Raubkunst zu beraten und finanziell zu unterstützen. Es soll zusätzlich ein neues Angebot für Privatsammler und Privatmuseen entwickeln, die freiwillig den „Washingtoner Prinzipien" folgen. Die Stiftung wird die Vernetzung der Provenienzforschung vorantreiben, nationale und internationale Kooperationen initiieren und begleiten sowie mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen kooperieren.

"Im Namen des „Deutschen Zentrums Kulturgutverluste" sprechen wir Herrn Edsel und der Monuments Men Foundation unseren Dank und unsere Anerkennung für diese beispiellose und wichtige Spende aus ", so Dr. Günter Winands. „Die Gründung des Zentrums Kulturgutverluste ist ein wichtiger Meilenstein in der Erforschung der Geschichte der Nationalsozialistischen Konfiszierungen. Durch die Gründung des Zentrums modernisieren wir die Suche nach geraubter Kunst in Museen, Bibliotheken und Archiven auf umfassende Weise . Dieser Band der renommierten Expertin Nancy Yeide wird die Arbeit der Forscher in ganz Deutschland erleichtern und unsere wichtigen Bemühungen vorantreiben."


„Ich gründete die Monuments Men Foundation", so Edsel, „um das Andenken an die Männer und Frauen der sog. „Monuments, Fine Arts, and Archives Section" der Alliierten Armeen, auch bekannt als „Monuments Men " zu ehren, und ihre beispiellose und wichtige Arbeit, herausragende künstlerische und kulturelle Schätze in Europa vor den bewaffneten Konflikten des Zweiten Weltkrieges zu schützen, zu sichern und an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzuführen, zu vollenden. „In den Jahren nach Kriegsende identifizierten die Monuments Men circa 4 Millionen Arbeiten und gaben sie an ihre Herkunftsländer zurück.


Weniger bekannt ist, dass durch ihre Arbeit fast 1 Millionen Kunstwerke und Kulturgüter an deutsche Museen und Privatpersonen zurückgegeben wurden. Obwohl Hunderttausende von Objekten nach wie vor verschollen sind, einschließlich vieler, die nach Deutschland gehören, ist es unsere Hoffnung, dass durch diese Schenkung, und in einem größeren Zusammenhang die Arbeit der Monuments Men Foundation und ihre gebührenfreie 1-866-WWII-ART Nummer, viele vermisste Kunstwerke identifiziert werden und an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden können."

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Weitere Informationen über die Monuments Men Foundation finden Sie auf www.monumentsmenfoundation.org.
Für Interviewanfragen mit Robert Edsel: Christy Fox: +1-646-246-3743; Email: christyfox1@aol.com